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Zu wenig ausländische Forscher an deutschen Universitäten

Vorabmeldung der Ausgabe Nr. 35 vom 26. August 2010

Deutschlands Universitäten hinken der Internationalisierung hinterher. Das kritisiert der neue Generalsekretär der Alexander von Humboldt-Stiftung. „Sie denken und akquirieren noch zu sehr in deutschen Netzwerken. Das wollen wir ändern“, sagte Enno Aufderheide der ZEIT. Es sei bedenklich, dass bislang nur sechs Prozent der deutschen Professoren aus dem Ausland stammten – „und von denen wiederum ein Drittel aus Österreich und der Schweiz“.

Die Humboldt-Stiftung lädt jedes Jahr mehr als 700 ausländische Nachwuchswissenschaftler vorübergehend nach Deutschland und vergibt die mit bis zu fünf Millionen Euro dotierten Alexander von Humboldt-Professuren, mit denen deutsche Universitäten ausländische Spitzenforscher anlocken sollen. Dies sei in der Vergangenheit nur teilweise gelungen, räumt Aufderheide jetzt ein, nur rund die Hälfte der bisher 20 Humboldt-Professuren sei an „echte Ausländer“ vergeben worden, der Rest an im Ausland lebende Deutsche. „Das Problem ist jedoch, dass die deutschen Universitäten die Bewerber um die Humboldt-Professuren auswählen, nicht wir.“

Angesichts der Löcher in den öffentlichen Haushalten warnt Aufderheide vor Sparauflagen im Bereich der Exzellenzförderung. „Was wir bieten, ist Wohlstandssaatgut. Und Saatgut wird man als Letztes verfrühstücken.“ Eine Neuabstimmung der Förderprogramme mit anderen Austauschorganisationen wie dem Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) hält Aufderheide für unnötig. „Die Zusammenarbeit und Arbeitsteilung zwischen uns funktioniert gut.“

Hamburg 25. August 2010

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