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Zeitschriften-Erfinder Tyler Brûlé fordert selbstbewusste Medien

Vorabmeldung der Ausgabe 2 vom 7. Januar 2010

Der Londoner Zeitschriften-Erfinder Tyler Brûlé hat von Zeitungen und Zeit-schriften mehr Selbstbewusstsein gefordert. „Leser wollen Medien, die sich nicht beirren lassen“, sagte Brûlé der ZEIT. Journalisten, Leser und Zuschauer sollten sich nicht verrückt machen lassen. Die schönen Möglichkeiten des Netzes seien keine Alternative zu verlässlicher Information.

Auch das Fernsehen solle sich auf seine Stärke besinnen, statt jede Mode mitzumachen, sagte Brûlé: „Ich will seriöse, solide Berichterstattung, die mir Fakten bringt, keine Spekulationen.“ Den Hang zum Twittern und den Wirbel um Facebook hält er für übertrieben: „Nur weil es neu ist und funkelt, muss man es nicht gleich umarmen. Es gibt da diese Hysterie, hip und modisch und jugendlich wirken zu wollen – jede neue Sache, die ein Fernsehdirektorenkind ausprobiert, muss dann auch der Sender haben.“

Tyler Brûlé, geboren 1968 in Winnipeg als Sohn eines Profifußballers und einer Künstlerin, kam Ende der achtziger Jahre nach London. Er arbeitete als freier Fernseh- und Magazinreporter, bis er in Afghanistan angeschossen wurde. Noch im Krankenhaus dachte er sich das Design- und Zeitgeistmagazin Wallpaper aus, das er 1996 gründete und wenig später für gutes Geld verkaufte. Im Jahr 2007 brachte er das Magazin Monocle heraus. In der Medienbranche gilt er als ein erfolgreicher und origineller Vordenker.

Hamburg 06. Januar 2010

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