Udo Jürgens muss bei den eigenen Liedern weinen
Vorabmeldung der Ausgabe Nr. 35 vom 26. August 2010
Schlagerstar Udo Jürgens muss bei den eigenen Liedern weinen, weil ihn dabei die Gefühle so sehr packen. Im Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT sagte er: „Ich sehe erwachsene Männer und Frauen in Tränen aufgelöst – dann packt es mich selbst auch.“ Ihm passiere es, „dass ich Tränen in den Augen habe und Probleme, die Töne zu kontrollieren, weil es im Moment zu stark wird.“
Melodik und Harmonik seien die beiden Elemente, die Emotionen erzeugten, sagte Jürgens. Lieder könnten mit Text und Musik „Hirn und Herz ansprechen“. Wenn „ein guter Text und die passende Musik zusammenkommen, dann löst das die stärksten Emotionen aus“. Jürgens Erfolgsrezept: Wichtig seien volkstümliche Refrains, die jeder mitsingen könne. Ein guter Refrain werde bereits beim zweiten mal verinnerlicht, unbewusst freue sich der Hörer auf dessen Wiederkehr – das erzeuge Wohlbefinden. „Wiedererkennen ist immer Wohlbefinden“, meint der Komponist. Wenn etwa auf dem Oktoberfest die Leute bei „Griechischer Wein“ oder „Aber bitte mit Sahne“ auf die Bänke stiegen, dann „sitze ich irgendwo in der Ecke und steige innerlich mit auf die Bank“. Auch wenn dabei die Band schlecht spielt - das sei ihm „vollkommen wurscht“.
Hamburg 25. August 2010zurück zur Übersicht
