NDR-Intendant verteidigt Tagesschau-App
Vorabmeldung der Ausgabe 2 vom 7. Januar 2010
Der Intendant des Norddeutschen Rundfunks, Lutz Marmor, hat in der ZEIT die geplante I-Phone-Applikation der Tagesschau gegen heftige Kritik verteidigt. Der NDR mache mit einer kostenlosen Tagesschau-App den Markt für bezahlbare Applikationen nicht kaputt, sagte Marmor. „Zumal sich das Angebot der Tagesschau von dem der Bild nicht nur inhaltlich stark unterscheiden wird. Unser Schwerpunkt liegt auf dem, was wir am besten können: bewegte Bilder“, sagte Marmor, der auch die Redaktion ARD-aktuell verantwortet.
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Zu den Vorwürfen von Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner, der den Verlust tausender Arbeitsplätze befürchtet, sagte Marmor: „Wenn man die Jahreskosten eines solchen Arbeitsplatzes mit 40 000 bis 50 000 Euro bewertet, müssten Sie zur Refinanzierung von 1000 Arbeitsplätzen auf 40 bis 50 Millionen Umsatz mit den Apps kommen.“ Das halte er für unrealistisch. „Ich habe Verständnis für Sorgen der anderen Seite, aber eine App ist wie ein Tropfen Wasser im Ozean des Internets. Sie wird nicht marktentscheidend sein“, sagte der NDR-Intendant. Die Kosten für die Tagesschau-App beliefen sich einmalig auf einen „niedrigen fünfstelligen Betrag für die Entwicklung“.
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ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke hatte kurz vor Weihnachten angekündigt, dass die Tagesschau für das Frühjahr 2010 eine Applikation für das I-Phone plane. Das hatte vor allem beim Springer-Verlag, der Anfang Dezember zwei kostenpflichtige Apps seiner Blätter Welt und Bild auf den Markt brachte für großen Unmut gesorgt. Auch der Berliner Kulturstaatsminister Bernd Neumann sprach davon, dass mit einer Gratis-App der Tagesschau ein neuer Markt mit Gebührengeldern „auf problematische Art und Weise verzerrt“ werde.
Hamburg 06. Januar 2010zurück zur Übersicht
