Käßmann lehnt Wechsel in die Politik ab
Vorabmeldung der Ausgabe Nr. 35 vom 26. August 2010
Die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann hat einen Wechsel in die Politik abgelehnt. Sie wolle nicht in Wirtschaft oder Politik gehen, „weil ich denke, dass ich da nicht hinpasse“, sagte sie der ZEIT. „Ich möchte nicht eine Person sein, an der sich die Leute abarbeiten“, sagte sie. Käßmann war zuletzt auch als Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten ins Gespräch gebracht worden.
Käßmann sagte, der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel habe ihr kürzlich gesagt, als Politiker müsse man damit leben, „dass die Leute sich an dir entzweien, die einen mögen Dich, die anderen nicht“. Das aber sei ihr „im Moment einfach zuviel“.
Käßmann war im Februar nach einer Alkoholfahrt von allen Ämtern zurückgetreten. Die 52-Jährige fliegt kommende Woche für vier Monate in die USA, ehe sie dann eine einjährige Gastprofessur an der Universität Bochum antritt. Langfristigere Berufspläne habe sie noch nicht: „Ich bin noch auf der Suche“, sagte sie. Käßmann schloss auch eine Beschäftigung als Gemeindepastorin nicht aus: „Ich predige gern, aber ich weiß auch, was es heißt, Gemeindepfarrerin zu sein. Die langfristige Perspektive will gut überlegt sein.“
Hamburg 25. August 2010zurück zur Übersicht
