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Helmut Thoma über seinen Ehrgeiz und die Freimaurererei

Vorabmeldung der Ausgabe Nr. 36 vom 2. September 2010

Helmut Thoma, 71, ehemaliger RTL-Geschäftsführer, verdankt seine Karriere dem „Schock seines Lebens“. Nach einer schweren Kindheit sei er „ziemlich orientierungslos“ gewesen, sagte Thoma dem ZEITmagazin. Nach der Hauptschule habe er „aus purer Verzweiflung“ eine Molkereilehre absolviert. „Da stand ich mit 15 vor diesen rotierenden Butterfässern und habe mir gesagt: Das kann doch nicht dein Leben sein!“ Dieser Erfahrung habe er seine späteren Erfolge zu verdanken: „Ich sagte mir: Jetzt will ich es wissen! Mit diesem Ruck habe ich innerhalb von zwei Jahren … das Abitur gemacht. Von diesem Ehrgeiz wurde dann mein ganzes Leben getrieben, das von da an ziemlich glatt lief. Mit 22 war ich promovierter Jurist, mit 27 Leiter der Rechtsabteilung beim ORF.“

Auf die Frage, ob er ein „gläubiger Mensch“ sei, antwortete Thoma: „Schwierige Frage. Ja. Ich bin seit Langem Freimaurer. Das ist eine bestimmte Lebensauffassung, die auch ihre esoterische Seite hat. Man glaubt an den großen Baumeister aller Welten, worunter sich alle monotheistischen Religionen einordnen lassen. Es liegt in der Natur des Menschen, dass sich jeder fragt: Woher komme ich, wohin gehe ich? Das muss sich jeder selber beantworten, und die Freimaurerei ist dafür eine schöne Möglichkeit.“

Hamburg 02. September 2010

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