Helene Hegemann rechnet mit ihren Kritikern ab
Vorabmeldung der Ausgabe Nr. 18 vom 29. April 2010
Helene Hegemann rechnet nach den Plagiatsvorwürfen zu ihrem Roman Axolotl Roadkill mit ihren Kritikern ab: „Mir wurde moralisch falsches Handeln vorgeworfen, in Artikeln, die die Moral selbst diskreditierten“, schreibt die 18-Jährige in der ZEIT, „dadurch, dass sie von Menschen geschrieben wurden, denen es augenscheinlich nicht um recherchierte Informationen ging, sondern darum, eimerweise Scheiße über mir auszuschütten.“
Die Plagiatsvorwürfe seien zum Anlass genommen worden, sie nicht ernst zu nehmen. Die Gründe für die öffentliche Kritik vermutet Hegemann aber an ganz anderer Stelle: Das Problem bestehe „in der Tatsache, dass ich nicht der gängigen Vorstellung eines ‚authentischen Jugendlichen’ entspreche. … Teenager werden auf einen Stuhl gesetzt wie ein Zirkustier, das jetzt mal richtig hysterisch durchdrehen, den Zuschauern einen wohligen Schauer über den Rücken jagen und dessen Eingezäuntheit sie gleichzeitig in Sicherheit wiegen soll.“
Um sich wieder ein Stück Unbefangenheit anzutrainieren, wolle sie sich nun aber „zu diesem ganzen Exzess verhalten“, erklärt Hegemann, auch wenn sie nicht damit rechne, verstanden zu werden. „Alles, was ich sage, so differenziert ich es auch versuche auszudrücken, wird zu dem Futter einer Meute übel gelaunter Menschen, die daraus machen, was sie wollen, und währenddessen mit Dartpfeilen auf in ihrem Büro angebrachte Fotos von mir zielen. Das muss man ausblenden und mit Fassung tragen.“
Hamburg 28. April 2010
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