IQWIG-Leiter Peter Sawicki: „Wir sind gegründet worden, damit wir die Bösen sind“ | 05.08.2009
Steckt die wissenschaftliche Politikberatung in der Krise? Peter Sawicki, Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) sagt in der aktuellen Ausgabe von ZEIT WISSEN: „Wir sind gegründet worden, damit wir die Bösen sind, nicht die Politiker.“
Doch selbst mit dieser klaren Rollenverteilung in der Politikberatung, hake die Umsetzung der wissenschaftlichen Ergebnisse: „Wenn wir sagen: Die Medikamente wirken nicht so gut, dann enttäuschen wir die Menschen. Politiker dürfen aber nicht enttäuschen, sonst werden sie nicht wiedergewählt.“ Defizite sieht er auch bei der Vermittlung. „Es müsste in der Öffentlichkeit mehr darüber diskutiert werden.“
Der Soziologe Peter Weingart kennt das Problem: „Wissenschaftler sind oft enttäuscht, wenn ihre Forschungsergebnisse nicht eins zu eins in Entscheidungen umgesetzt werden. Aber das ist eine vermessene Erwartung.“ Während die Wissenschaft nach Wahrheit suche, müsse die Politik sich an der Wirkung der Entscheidungen orientieren. „Eigentlich können beide Seiten sich überhaupt nicht verstehen. Und trotzdem müssen sie versuchen, miteinander zu reden.“
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