Studie zeigt: Geschmack verändert Moralgefühl | 06.04.2011
Sensorische Erfahrungen beeinflussen unsere Emotionen: „Wer etwas Bitteres isst, kann zum Beispiel Ekel empfinden, und der ist wiederum eng verknüpft mit dem moralischen Empfinden“, sagt der amerikanische Psychologe Kendall Eskine in der aktuellen Ausgabe von ZEIT WISSEN.
Eine Studie mit 60 Teilnehmern zeigte: Nachdem eine Gruppe der Probanden etwas Bitteres und die andere etwas Süßes getrunken hatte, sollten sie moralische Verfehlungen anderer, wie etwa die Frage, ob sich Abgeordnete bestechen lassen dürfen, bewerten. „Das Urteil der Bitter-Trinker fiel im Schnitt deutlich strenger aus als das der anderen Testpersonen“, berichtet Eskine in ZEIT WISSEN.
Ein Gin Tonic kann also konservativ machen – wenn wir ihn widerlich finden. Denn: „Die Bitterkeit allein reicht nicht.“
Die neue Ausgabe ZEIT WISSEN erscheint mit der Titelgeschichte „Der Fluch des Perfektionismus“: Die Redaktion erklärt, warum besser oft schlechter ist, und warum manche Perfektionisten Ausnahmetalente sind und andere an Depressionen erkranken.
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