Anne Will: Es müsste mehr Frauen geben, die einfach mal auf den Tisch hauen | 17.08.2010
Anne Will beklagt in der aktuellen ZEIT CAMPUS-Ausgabe, dass sich nur „wenige Frauen mit einer dezidierten Meinung“ in politischen Talkshows positionierten und diese „im aufgeladenen Streit“ auch durchhalten. Es müsste mehr geben, so die Moderatorin, „die einfach mal auf den Tisch hauen und sagen, was Sache ist.“
Die Gäste ihrer Talkshow beobachtet Anne Will sehr genau: „Ich erkenne, wenn sich jemand unwohl fühlt, und das könnte ein Indikator dafür sein, dass er nicht ganz die Wahrheit sagt. Wenn jemand zittert, wenn jemand schwitzt an bestimmten Stellen, wenn jemand im Sessel hin und her rutscht”.
Gelegentlich unterscheide sich das in der Sendung gesagte deutlich von der tatsächlichen Meinung ihrer Gesprächspartner: „Manchmal ist es das genaue Gegenteil. Es passiert, dass mir Gäste erklären: Das konnte ich in der Sendung nicht sagen, das ist nicht die Sprachregelung der Partei.“
Bestimmte Politiker-Floskeln kann die Moderatorin nicht mehr hören: „,ich komme gerne auf Ihre Frage zurück, aber lassen Sie mich zunächst sagen….’ – und dann kommt etwas ganz anderes. Albtraum.“ Neuerdings höre sie immer wieder die Floskel „nur noch ein Satz….“, aber dann kämen „28 oder 400, und man fängt einen absurden Streit um die Anzahl von Sätzen an.“ Dennoch sei sie voller Respekt für Politiker: „Das sind hart arbeitende Leute, und ich möchte deren Verantwortung nicht tragen müssen.“
Gerne senden wir Ihnen auf Anfrage das komplette Interview mit Anne Will zu.
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